Konzernumbau Rainer Brehm wird Chef der neuen Sparte Automation bei Siemens

Der Münchner Technologiekonzern Siemens bündelt sein Automatisierungs-Geschäft in einer ​neuen Organisation. Die vier bisherigen Bereiche Kundendienst (Customer Services), Fabrikautomatisierung (Factory Automation), ‌Antriebssteuerung (Motion Control) und Prozessautomatisierung (Process Automation) würden zum 1. Oktober zu einer Geschäftseinheit Automation zusammengefasst, teilte die Münchner Technologiekonzern am Mittwoch mit.

Geführt werden soll diese ​von Rainer Brehm, der schon seit dem vergangenen ⁠Jahr ⁠als Chief Operating Officer (COO) übergreifend für die Automatisierungs-Sparten zuständig war. Vorher leitete er den Bereich Fabrikautomatisierung.

Busch baut den Vorstand kräftig um

Die ‌Sparte Digital Industries besteht ​damit künftig ‌nur noch aus den Kernbereichen Software und Automatisierung. Die Neuorganisation ist Teil der „One Tech“-Strategie von Vorstandschef Roland Busch (61). Er will ‌dafür sorgen, dass Kunden von Siemens aus einer Hand bedient werden und Doppelarbeiten – etwa ‌bei der Entwicklung ​von ‌Software – in den einzelnen Sparten vermieden ‌werden.

In den nächsten Monaten dürfte das zu einer Flut von organisatorischen ​Änderungen, ⁠neuen Bezeichnungen und Manager-Titeln ​führen. Zuletzt hatte Busch bereits Brehms Vorgänger als Chef der Automatisierungs-Sparte Digital Industries, Cedrik Neike (53), zum Technologiechef ernannt, während der bisherige Tech-Chef Peter Körte (50), der seit ‌Juli auch für die Gebäudetechnik-Sparte Smart Infrastructure verantwortlich ist, als Strategievorstand agiert. Körte ‌und Neike gehören zu ​den ‌potenziellen Nachfolgern Buschs ‌an der ​Spitze des Konzerns.

Das Geschäft von Siemens lief im vergangenen Quartal prächtig und der Konzern erzielte Rekordwerte beim Ergebnis und beim Auftragseingang. So haben die Münchner in ihrem dritten Geschäftsquartal nach Steuern 2,58 Milliarden Euro Gewinn eingefahren, rund 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang stieg um 13 Prozent auf fast 28 Milliarden Euro, der Umsatz lag bei knapp 21 Milliarden Euro.