Rohstoffe : Bahn frei für Seltene Erden aus Sachsen
Um aus der Abhängigkeit von China zu gelangen, werden in Europa Rohstoffprojekte angestoßen. Ein Start-up kann jetzt mit Lasertechnik in Sachsen loslegen.
In Deutschland kann ein Projekt zur Förderung sogenannter Seltener Erden an den Start gehen. Am vergangenen Freitag hat das Sächsische Oberbergamt dem Unternehmen Hades die Lizenz für das Projekt Storkwitz erteilt, wie die F.A.Z. erfuhr. Das mehr als 28.000 Quadratmeter große Lizenzgebiet liegt in Nordsachsen nahe der Stadt Delitzsch. Dort werden nach Angaben von Hades rund 38.000 Tonnen Seltenerd-Oxide und 8000 Tonnen Niobpentoxid vermutet. Geologen haben schon zu DDR-Zeiten zwischen 1973 und 1985 in der Region 49 Bohrungen vollzogen und dabei ein Vorkommen identifiziert, das zu seiner Zeit als eine der bedeutendsten Seltenerd-Entdeckungen Europas galt. Nach der Wiedervereinigung geriet das Projekt in Vergessenheit, weil es für Seltene Erden noch keinen relevanten Markt gab. Das hat sich mittlerweile geändert.
Seltene Erden sind für die Produktion in vielen Industrien unerlässlich. China hat auf dem Weltmarkt für die Produktion der meisten dieser Rohstoffe eine dominante Stellung inne. Im Handelsstreit mit den USA im vergangenen Jahr hat Peking die Ausfuhr durch strengere Auflagen gedrosselt. Bislang haben sich die Handelsströme noch immer nicht normalisiert. Sowohl die USA als auch Europa versuchen nun, eigene Produktionsketten vom Abbau in der Mine bis zur Verarbeitung aufzubauen.
Seltene Erden sind für die Industrie unerlässlich
Neben einem Lithiumprojekt in Rheinland-Pfalz ruhen nun Hoffnungen auf der Exploration in Sachsen. „Deutschland verfügt nun über ein eigenes Seltenerd-Projekt, eines von wenigen in Europa“, sagt Max Werner, der Geschäftsführer von Hades. Das Münchner Start-up sieht sich als Teil der Lösung, um die Versorgungssicherheit bei kritischen Rohstoffen in Deutschland und Europa zu erhöhen. „Die Lizenz ist ein Meilenstein für Hades auf einem klaren Weg.“ Das Ziel, die Grundbausteine der Industrie zu sichern, werde jetzt operativ Realität.
Hades setzt bei der Erschließung auf selbst entwickelte Lasertechnologie. Der Laserbohrer reduziert die Bohrkosten laut Unternehmensangaben um mehr als 50 Prozent gegenüber konventioneller Technik. Hades wurde 2025 gegründet und hat zwei Finanzierungsrunden über 20 Millionen Euro abgeschlossen.