Hitze in der Stadt : Kühlung wird zum Wertfaktor

Sommerhitze lässt deutsche Städte aufheizen. Langfristig zählt für Eigentümer, wie gut die Gebäude zu kühlen sind. Das kann auch Kosten verursachen.

Die Hitzewellen setzen dem städtischen Leben zu: Tagsüber sind neue Temperaturrekorde zu verzeichnen, nachts ist die Abkühlung nur gering. In Gebäuden laufen Klimaanlagen, soweit es geht, oder die Häuser werden wärmer.

Betonwände, Steinböden, Straßenasphalt: Nicht nur deutsche Städte beschäftigen sich mit den Folgen höherer Temperaturen, die gerade älteren Menschen zusetzen. In Prag, Wien und Rom sollen mobile Nebelanlagen oder Sprühduschen helfen. Im Kanton Zürich sollen Neubauten nur noch so gebaut werden, dass diese kalten Luftströmungen in der Nacht nicht im Weg stehen. Manche Städte pflanzen mehr Bäume oder schreiben eine gewisse Fassadenbegrünung vor.

In Spanien sorgt die zunehmende Sommerhitze dafür, dass die Menschen in Umfragen angeben, sich dafür eine bessere Wohnung suchen zu wollen. Das kann sich daher auch auf Preise für Häuser und Wohnungen auswirken. Kurzfristig ist bisher nicht zu erkennen, dass städtische Immobilien in Deutschland durch die Sommerhitze an Wert verlieren. Die Nachfrage nach Wohnraum ist derzeit groß genug.

Wenn sich die städtischen Temperaturen weiter so entwickeln, wird es langfristig für Investoren, Vermieter und alle anderen Eigentümer wichtiger, wie sich das Gebäudeinnere kühlen lässt. Womöglich steigt auch der politische Druck, mit Vorschriften für Vermieter auf eine Kühlung einzuwirken. Wo das bisher noch nicht der Fall ist, dürften Investitionskosten anfallen, um den Immobilienwert zu erhalten.