Klebstoffgeschäft US-Gericht blockiert Henkel-Übernahme von US-Konkurrent
Der Konsumgüter- und Klebstoffkonzern Henkel darf in den USA nicht wie geplant seinen Konkurrenten Liquid Nails übernehmen. Das hat ein US-Gericht am vergangenen Freitag entschieden und damit einer Klage der Kartellbehörde (Federal Trade Commission, FTC) stattgegeben, wie es in einer Mitteilung der Behörde von Montag heißt . Der Zusammenschluss der beiden führenden Hersteller von Flüssigklebstoffen verstößt laut Gericht gegen amerikanisches Kartellrecht. Ein Bezirksgericht von New York erließ eine dauerhafte Unterlassung Verfügung gegen die Transaktion.
Henkel wollte Liquid Nails für 725 Millionen Dollar von der Private-Equity-Gesellschaft American Industrial Partners kaufen. Zum Henkel-Konzern gehört die branchenführende Bauklebstoffmarke Loctite. Deren Hauptkonkurrent ist Liquid Nails. Die FTC sah dadurch den Wettbewerb für Bauklebstoffe gefährdet und hatte deshalb die Übernahme im Dezember 2025 angefochten. Die Behörde verbucht den Gerichtsentscheid als wichtigen Sieg im Kampf um niedrigere Preise für Baumaterialien.
„Wer sich die Regale mit Bauklebstoffen in einem Baumarkt oder Heimwerkermarkt ansieht, erkennt, dass eine Fusion zwischen Loctite und Liquid Nails für die Amerikaner ein schlechtes Geschäft wäre. Diese geplante Übernahme drohte, die Kosten für ein unverzichtbares Produkt für den Bau und die Instandhaltung von Häusern in den gesamten Vereinigten Staaten in die Höhe zu treiben. Die Entscheidung des Bezirksgerichts wird sicherstellen, dass die Amerikaner vom anhaltenden Wettbewerb zwischen Loctite und Liquid Nails profitieren, einschließlich niedrigerer Preise und höherer Qualität", erklärte Daniel Guarnera, Direktor des Wettbewerbsbüros der FTC, zum Gerichtsentscheid.
Henkel-Chef Carsten Knobel (57) wird damit auf seiner Einkaufstour ausgebremst. Nicht nur im Klebstoffgeschäft machte er in den vergangenen Monaten Deals. Mit der Übernahme der schnell wachsenden Haarpflegemarke "Not Your Mother’s" will der Dax-Konzern seine Beauty-Sparte stärken. Zudem baute Henkel sein Geschäft mit Beschichtungen aus und übernahm in diesem Zuge die Spezialbeschichtungsfirma Stahl für 2,1 Milliarden Euro.