Energiesorgen : Ungarns Strom hängt am Schicksal eines Kraftwerks

Ungarns Strom hängt am Atomkraftwerk Paks. Ministerpräsident Peter Magyar will die Abhängigkeit entschärfen und Kernenergie stärker einbetten.

Was ein Klumpenrisiko in der Energieversorgung ist, zeigt sich derzeit in Ungarn. In dem kleinen mitteleuropäischen Land kommt bis zur Hälfte des Stroms aus einem einzigen Atomkraftwerk in Paks. Fallen Reaktoren hitzebedingt aus, entsteht eine große Versorgungslücke.

Atomstrom gilt aus ungarischer Sicht als eine Option, die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu verringern. Zudem sah die im Frühjahr abgelöste nationalkonservative Regierung Kernenergie als Garant für niedrige Preise. Zwar trieb sie auch den Ausbau erneuerbarer Energiequellen in den zurückliegenden Jahren voran, doch gibt es noch nicht genügend Speicher, Netze und flexible Kraftwerke, um Paks kurzfristig zu ersetzen.

Die neue proeuropäische Regierung unter Peter Magyar sollte nun aber alles dransetzen, um das Versorgungsrisiko mittelfristig zu senken. Ziel einer verantwortlichen Energiepolitik müsste es sein, Paks in ein breiteres Energiesystem einzubetten. Denn mit Hitzewellen und niedrigen Wasserständen der Donau ist auch künftig zu rechnen.