Business-Ticker : Italienische Rettung für Stahlwerk in Taranto?

Allianz aus vierzehn italienischen Stahlunternehmen hat Interesse für Übernahme bekundet +++ Heidelberger Druck will mit Drohnenabwehr wachsen +++ Mehr ausländische Berufsabschlüsse in Deutschland anerkannt +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Italienische Rettung für Stahlwerk in Taranto?

Eine Allianz aus vierzehn italienischen Stahlunternehmen hat Interesse für die Übernahme des großen Stahlwerks in Taranto in Süditalien bekundet. Das als „Ex-Ilva“ bekannte Werk des Unternehmens Acciaierie d'Italia, das sich in einem Insolvenzverfahren befindet, war einst das größte Stahlwerk Europa, es vegetiert nach dem Ausstieg von Arcelor Mittal heute jedoch nur noch vor sich hin. Nun hat erstmals eine Reihe italienischer Mittelständler aus der Branche Zugang zum Datenraum beantragt. Nach eigenen Angaben ist die Gruppe der Unternehmen aber nur am so genannten Kaltbereich des Werkes interessiert, also etwa am Walzen, Beschichten, Lackieren und Zuschneiden. 

„Perspektivisch könnte man über einen Elektrolichtbogenofen nachdenken“, sagte der italienische Stahlverbandspräsident Antonio Gozzi. Denn im Fall einer Schließung des Warmbereichs müssten große Mengen von vier bis fünf Millionen Tonnen Stahl extern eingekauft werden, was schwierig sei. Wer die Hochöfen von Tarent modernisieren und betreiben will, ist derzeit aber unklar. Die Verhandlungen setzen sich fort.

Ein Mailänder Berufungsgericht hatte am 27. Juli entschieden, dass der zentrale Warmbereich mit seinen Hochöfen bis Ende Oktober stillgelegt werden muss, weil er durch Asbest und Feinstaub die Umwelt schädige. Das würde große Einschnitte in der Belegschaft nach sich ziehen. In diesem Jahr hatte die italienische Regierung mit dem indischen Unternehmen Jindal und mit der amerikanischen Flacks Group über die Übernahme des ganzen Werkes verhandelt. Sie sucht seit langer Zeit nach einer Lösung.

„Perspektivisch könnte man über einen Elektrolichtbogenofen nachdenken“, sagte der italienische Stahlverbandspräsident Antonio Gozzi. Denn im Fall einer Schließung des Warmbereichs müssten große Mengen von vier bis fünf Millionen Tonnen Stahl extern eingekauft werden, was schwierig sei. Wer die Hochöfen von Tarent modernisieren und betreiben will, ist derzeit aber unklar. Die Verhandlungen setzen sich fort.

Ein Mailänder Berufungsgericht hatte am 27. Juli entschieden, dass der zentrale Warmbereich mit seinen Hochöfen bis Ende Oktober stillgelegt werden muss, weil er durch Asbest und Feinstaub die Umwelt schädige. Das würde große Einschnitte in der Belegschaft nach sich ziehen. In diesem Jahr hatte die italienische Regierung mit dem indischen Unternehmen Jindal und mit der amerikanischen Flacks Group über die Übernahme des ganzen Werkes verhandelt. Sie sucht seit langer Zeit nach einer Lösung.

Luftfahrtboom befeuert österreichischen Zulieferer FACC

Das Unternehmen FACC erhält Rückenwind vom anhaltenden Luftfahrtboom. Zum Halbjahr stieg der Konzernumsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 8,6 Prozent auf 526 Millionen Euro. Operativ betrug die Marge 4,8 nach 3,8 Prozent.

Getragen werde die positive Entwicklung von einer anhaltend hohen Nachfrage nach neuen Verkehrsflugzeugen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Als Entwicklungspartner und Lieferant aller großen internationalen Flugzeug- und Triebwerkshersteller profitiert FACC unmittelbar davon. Demnach planen Airbus, Boeing, COMAC und Embraer in diesem Jahr, gemeinsam rund 1700 neue Flugzeuge an ihre Kunden auszuliefern. Gleichzeitig umfasse der weltweite Auftragsbestand der Fluglinien über 18.000 bestellte Flugzeuge, was die Produktion für die nächsten sieben bis zehn Jahre auslasten werde.

Die zivile Luftfahrtindustrie steht nach Einschätzung des Managements vor einem Wachstumsschub. "Man geht davon aus, dass sich die Zahl der Flugpassagiere in den kommenden zwanzig Jahren mehr als verdoppeln wird", skizzierte der Vorstand die Aussichten. Die aktuelle Krisensituation im Nahen Osten tue dem weltweiten Luftverkehrsaufkommen keinen Abbruch. 

Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatzwachstum von zehn bis 15 Prozent und einer steigenden Ertragskraft. Entsprechend dürfte die operative Marge zwischen 5,25 und 6,25 Prozent ausfallen.

KI-Boom füllt Samsung die Auftragsbücher

Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung Electronics hat Insidern ​zufolge wegen des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) die Preise ⁠für seine Chip-Auftragsfertigung deutlich angehoben. Für einige moderne Verfahren seien die Preise für neue Aufträge um bis zu ‌15 Prozent erhöht worden, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. Die Nachfrage sei so hoch, dass die ‌Kapazitäten knapp ‌würden. Besonders stark sei der Andrang von chinesischen Kunden, die wegen US-Exportbeschränkungen auf ausländische Fertiger angewiesen sind und Insidern zufolge ​die höchsten Aufschläge akzeptieren. Samsung ⁠lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Preiserhöhungen markieren eine Wende für die lange verlustreiche Sparte, mit ​der Samsung versucht, zum Branchenführer TSMC aus Taiwan aufzuschließen. Da ⁠die Kapazitäten von TSMC ‌durch die hohe Nachfrage nach KI-Chips weitgehend ausgebucht sind, hat Samsung mehr Spielraum für Preisanhebungen. Analysten zufolge könnte ⁠die Sparte nun ⁠bereits im kommenden Jahr profitabel werden, früher als bisher erwartet. Zuletzt ⁠konnte ​Samsung ⁠eine Reihe namhafter Kunden wie Tesla ​und Apple gewinnen und ist ‌Insidern zufolge auch mit Google im Gespräch. (Reuters)

Munich Re verstärkt sich mit Cyberversicherer

Der Versicherungskonzern Munich Re baut sein Geschäft mit Cyberversicherungen aus: Für 575 Millionen Dollar erwirbt der Rückversicherer das amerikanische Start-up At-Bay Inc. Das Insurtech-Unternehmen hat sich auf Cyberversicherungen sowie Dienstleistungen im Bereich der proaktiven Cybersicherheit für kleine und mittlere Unternehmen ausgerichtet. Die Übernahme stellt für die Münchener Rück einen strategischen Schritt dar, um die marktführende Position im Bereich Cyber durch die Kombination von Versicherung, aktiver Risikoreduzierung und einer Technologieplattform zu stärken.

Darüber hinaus öffnet die Übernahme der Munich Re den Zugang zu einem Cyber-Markt, der sich von eigenständigen Versicherungslösungen hin zu integrierten Plattformen für das kontinuierliche Management und die Reduzierung von Risiken entwickelt. At-Bay bedient in erster Linie den US-amerikanischen Markt für kleine und mittlere Unternehmen. Der Fokus liege dabei auf Unternehmen, die mit wachsenden Cyberrisiken konfrontiert seien, aber aufgrund ihrer geringen Größe häufig weder die Ressourcen noch das Fachwissen hätten, um ihre Cybersicherheit effektiv zu steuern. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden.

Darüber hinaus öffnet die Übernahme der Munich Re den Zugang zu einem Cyber-Markt, der sich von eigenständigen Versicherungslösungen hin zu integrierten Plattformen für das kontinuierliche Management und die Reduzierung von Risiken entwickelt. At-Bay bedient in erster Linie den US-amerikanischen Markt für kleine und mittlere Unternehmen. Der Fokus liege dabei auf Unternehmen, die mit wachsenden Cyberrisiken konfrontiert seien, aber aufgrund ihrer geringen Größe häufig weder die Ressourcen noch das Fachwissen hätten, um ihre Cybersicherheit effektiv zu steuern. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden.

Heidelberger Druck will mit Drohnenabwehr wachsen

Der Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck treibt seinen ​Umbau zum Technologiekonzern voran und steigt in die Geschäftsfelder Drohnenabwehr ⁠und Energiespeicher ein. Zusammen mit dem ukrainischen Entwickler Skyeton sollen autonome Luft-Boden-Systeme entstehen, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. ‌Zudem wolle das Unternehmen in die Produktion von Natrium-Ionen-Batteriespeichern einsteigen. 

Trotz eines schwachen Starts ins ​neue Geschäftsjahr bestätigte Konzernchef Jürgen Otto seine ⁠Prognose, die einen stabilen Umsatz und eine spürbar bessere operative Marge vorsieht. ​Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 litt das Unternehmen unter herausfordernden ⁠Rahmenbedingungen. Der Umsatz ‌sank auf 404 Millionen Euro von 466 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis nach Steuern weitete sich auf einen ⁠Verlust von 32 Millionen ⁠Euro aus, nach einem Minus von elf Millionen Euro. ⁠Als Grund nannte Heidelberg unter ‌anderem das Auslaufen eines staatlichen Förderprogramms in Italien.  (Reuters)

Mehr ausländische Berufe in Deutschland anerkannt

In Deutschland werden immer mehr ausländische Berufsabschlüsse anerkannt. Im vergangenen Jahr bewilligten die Behörden dem Statistischen Bundesamt zufolge 86.600 Anträge - knapp 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zu den Vorjahren 2024 und 2023, als die Anerkennungen um 21 und 25 Prozent stiegen, verlangsamte sich aber das Wachstum.

Die meisten Anerkennungen stammten 2025 wie schon in den vergangenen Jahren aus der Türkei (9.800), die auf einen Anteil von 11 Prozent an allen Anerkennungen kommt. Zudem wurden rund 8.300 Anerkennungen aus der Ukraine gemeldet. Stark vertreten waren ferner Berufsabschlüsse aus Syrien (6.100), Indien und Tunesien (je 5.400). Die Zahl der in Syrien erworbenen Berufsqualifikationen stieg mit 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr besonders stark.

Dagegen wurden deutlich weniger Berufsabschlüsse aus Bosnien und Herzegowina anerkannt. Aus dem Balkanland stammten in den Jahren von 2016 bis 2023 noch die meisten oder zweitmeisten bewilligten Berufsqualifikationen.

Die meisten anerkannten Berufsabschlüsse drehten sich wie im Vorjahr um medizinische Berufe. Auf Platz eins lagen mit 32.000 Anerkennungen Pflegefachkräfte. Es folgten Ärzte (13.900) und Ingenieure (4.600). Diese drei Berufe machten mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller anerkannten Berufe aus. (dpa-AFX)

Fulminantes Börsendebüt: Roboterbauer Unitree startet mit über 600 Prozent Plus

Der chinesische Roboterbauer Unitree hat ​am Mittwoch ein fulminantes Börsendebüt in Schanghai gefeiert. ⁠Die Aktie des Unternehmens eröffnete bei rund 1100 Yuan und lag damit mehr als 600 Prozent über ihrem ‌Ausgabepreis von 150,80 Yuan. Unitree ist gemessen am Umsatz der weltgrößte Anbieter humanoider Roboter. Die Erstnotiz ist ‌das zweite ‌aufsehenerregende Debüt einer chinesischen Firma binnen weniger Wochen, nachdem sich der Kurs des Chip-Herstellers CXMT zeitweise versechsfacht hatte.

Das ​Unternehmen hatte für den ⁠Börsengang 40,45 Millionen neue Aktien ausgegeben und damit umgerechnet 783 Millionen Euro eingenommen. ​Der für Kleinanleger reservierte Teil der Emission war dem ⁠offiziell Yushu Technology ‌genannten Unternehmen zufolge mehr als 8000-fach überzeichnet. Das 2016 gegründete Unternehmen produzierte zunächst vierbeinige Roboter und sorgt ⁠inzwischen mit seinen ⁠humanoiden Modellen für Aufsehen, die rennen, tanzen oder Kung-Fu-Übungen ⁠vorführen ​können. ⁠Zu den wichtigsten Investoren gehören ​der Essenslieferant Meituan, der Videospiele-Entwickler Tencent und ‌der Onlinehändler Alibaba.

Das ​Unternehmen hatte für den ⁠Börsengang 40,45 Millionen neue Aktien ausgegeben und damit umgerechnet 783 Millionen Euro eingenommen. ​Der für Kleinanleger reservierte Teil der Emission war dem ⁠offiziell Yushu Technology ‌genannten Unternehmen zufolge mehr als 8000-fach überzeichnet. Das 2016 gegründete Unternehmen produzierte zunächst vierbeinige Roboter und sorgt ⁠inzwischen mit seinen ⁠humanoiden Modellen für Aufsehen, die rennen, tanzen oder Kung-Fu-Übungen ⁠vorführen ​können. ⁠Zu den wichtigsten Investoren gehören ​der Essenslieferant Meituan, der Videospiele-Entwickler Tencent und ‌der Onlinehändler Alibaba.

Donaustahl-Chef lebt wegen mutmaßlicher Mordpläne Russlands „de facto im Untergrund“

Der Gründer des Waffenherstellers Donaustahl, Stefan Thumann, lebt wegen eines mutmaßlichen Mordkomplotts Russlands seit Monaten an ständig wechselnden Orten. „Ich liefere mir mit dem russischen Militärgeheimdienst ein Duell um mein Leben“, sagte Thumann dem Sender RTL und dem Magazin „Stern“ nach Angaben vom Dienstag. Er lebe „de facto im Untergrund“.

Thumann bekam den Angaben zufolge kurz vor Weihnachten 2025 von deutschen Sicherheitsbehörden Hinweise auf eine russische Geheimdienstoperation gegen ihn. „Das war ein Schock“, sagte er. Der Generalbundesanwalt ließ im März zwei sogenannte Wegwerfagenten festnehmen. Sie sollen Thumann ausgespäht haben, mutmaßlich zur „Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson“.

Er schlafe neben seinem Computer, sagte der Donaustahl-Chef. Sobald er aufwache, beginne er zu arbeiten, damit er möglichst wenig über seine Lage nachdenken müsse. Der Krieg in der Ukraine sei nun auch sein „ganz persönlicher Krieg“. Thumanns Firma Donaustahl liefert dem Militär der Ukraine Kampfdrohnen für den Krieg gegen Russland.

Thumann bekam den Angaben zufolge kurz vor Weihnachten 2025 von deutschen Sicherheitsbehörden Hinweise auf eine russische Geheimdienstoperation gegen ihn. „Das war ein Schock“, sagte er. Der Generalbundesanwalt ließ im März zwei sogenannte Wegwerfagenten festnehmen. Sie sollen Thumann ausgespäht haben, mutmaßlich zur „Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson“.

Er schlafe neben seinem Computer, sagte der Donaustahl-Chef. Sobald er aufwache, beginne er zu arbeiten, damit er möglichst wenig über seine Lage nachdenken müsse. Der Krieg in der Ukraine sei nun auch sein „ganz persönlicher Krieg“. Thumanns Firma Donaustahl liefert dem Militär der Ukraine Kampfdrohnen für den Krieg gegen Russland.

Unternehmen und Familienstiftungen spenden offenbar Milliarden für Putins Krieg

Angesichts immer höherer Kosten für den Angriffskrieg gegen die Ukraine sind russische Geldgeber laut einem Medienbericht einem Spendenaufruf gefolgt und haben Milliarden in die Staatskasse gepumpt. Bis Mitte August seien 383,69 Milliarden Rubel (rund 3,9 Milliarden Euro) an freiwilligen Abgaben in den Haushalt geflossen, berichtete die russische Wirtschaftszeitung „Wedomosti“. Das sei anderthalbmal so viel wie für das gesamte Jahr 2025. Die Summe übertraf demnach alle Erwartungen.

Der Großteil der Mittel sei geflossen, nachdem es im März einen Aufruf gegeben hatte an die Unternehmer, meldete die Zeitung unter Berufung auf das Finanzministerium. Für solche Überweisungen kämen nicht nur große Konzerne infrage, sondern auch Einzelpersonen, Unternehmens- oder Familienstiftungen, erklärte der Chef des russischen Industriellen- und Unternehmerverbandes, Alexander Schochin, der Zeitung. Jeder Großspender entscheide selbst über die freiwillige Abgabe mit Blick auf die eigene finanzielle Situation. Wofür das Geld genau ausgegeben wird, ist nicht klar. Allerdings klafft im russischen Haushalt ein hohes Defizit wegen der immer höheren Ausgaben für Putins seit viereinhalb Jahren tobenden Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte im März Berichte zurückgewiesen, dass Putin bei einer Sitzung des Unternehmer- und Industriellenverbandes selbst um Geld gebeten habe. Vielmehr sei die Initiative von einem Geschäftsmann ausgegangen. Putin habe das begrüßt.

Der Großteil der Mittel sei geflossen, nachdem es im März einen Aufruf gegeben hatte an die Unternehmer, meldete die Zeitung unter Berufung auf das Finanzministerium. Für solche Überweisungen kämen nicht nur große Konzerne infrage, sondern auch Einzelpersonen, Unternehmens- oder Familienstiftungen, erklärte der Chef des russischen Industriellen- und Unternehmerverbandes, Alexander Schochin, der Zeitung. Jeder Großspender entscheide selbst über die freiwillige Abgabe mit Blick auf die eigene finanzielle Situation. Wofür das Geld genau ausgegeben wird, ist nicht klar. Allerdings klafft im russischen Haushalt ein hohes Defizit wegen der immer höheren Ausgaben für Putins seit viereinhalb Jahren tobenden Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte im März Berichte zurückgewiesen, dass Putin bei einer Sitzung des Unternehmer- und Industriellenverbandes selbst um Geld gebeten habe. Vielmehr sei die Initiative von einem Geschäftsmann ausgegangen. Putin habe das begrüßt.

Klarna überrascht Analysten mit Quartalsgewinn statt Verlust

Der schwedische Finanzdienstleister Klarna hat ​mit seinem Gewinn im zweiten Quartal die Markterwartungen übertroffen. ⁠Das Unternehmen, das Konsumentenkredite für Online-Käufe anbietet, gab am Dienstag einen Quartalsgewinn von neun Millionen Dollar bekannt, verglichen ‌mit einem Verlust von 53 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum und mittleren Analystenschätzungen von minus 17,4 Millionen Dollar. ‌Das bereinigte ‌Betriebsergebnis stieg auf 91 Millionen Dollar von 29 Millionen im Vorjahr, der Umsatz stieg um 27 Prozent auf 1,04 ​Milliarden Dollar und übertraf damit ⁠die Erwartungen von 993,8 Millionen Dollar.

Das Bruttowarenvolumen (GMV) als Maß der Geschäftstätigkeit stieg ​im Quartal um 18 Prozent auf 36,6 Milliarden ⁠Dollar, in den USA ‌stieg das GMV sogar um 27 Prozent. Dennoch senkte das Unternehmen seine GMV-Prognose für das Gesamtjahr ⁠von zuvor ⁠über 155 Milliarden Dollar auf 149 bis 151 Milliarden Dollar ⁠und begründete ​dies ⁠mit „einer zurückhaltenderen Einschätzung vor allem ​der Umsätze in Deutschland, unserem volumenmäßig ‌größten Markt“.

Das Bruttowarenvolumen (GMV) als Maß der Geschäftstätigkeit stieg ​im Quartal um 18 Prozent auf 36,6 Milliarden ⁠Dollar, in den USA ‌stieg das GMV sogar um 27 Prozent. Dennoch senkte das Unternehmen seine GMV-Prognose für das Gesamtjahr ⁠von zuvor ⁠über 155 Milliarden Dollar auf 149 bis 151 Milliarden Dollar ⁠und begründete ​dies ⁠mit „einer zurückhaltenderen Einschätzung vor allem ​der Umsätze in Deutschland, unserem volumenmäßig ‌größten Markt“.

Steigende Kosten verhageln Xiaomi die Bilanz

Wegen gestiegener Preise für Speicherchips und andere Komponenten hat Xiaomi einen überraschend deutlichen Gewinneinbruch erlitten. Ein ⁠weiterer Belastungsfaktor sei der verschärfte Wettbewerb, teilte der chinesische Smartphone- und Elektroautohersteller am Dienstag mit. Das Nettoergebnis sei im zweiten ‌Quartal um 42,6 Prozent auf umgerechnet 794,2 Millionen Euro geschrumpft. Der Umsatz blieb mit 13,95 Milliarden Euro ebenfalls ‌hinter den Markterwartungen zurück.

Xiaomi ‌bietet vor allem preisgünstige Smartphones an, bei denen die Kosten für Speicherchips, deren Preise sich in den vergangenen zwölf Monaten vervielfacht haben, einen vergleichsweise hohen ⁠Anteil ausmachen. Weil das Unternehmen die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterreichte, brach der Handyabsatz im Berichtszeitraum um 26 Prozent auf 31,2 Millionen Geräte ⁠ein. Gleichzeitig ‌sank die Gewinnmarge um etwa ein Viertel auf 8,5 Prozent.

Die relativ neue Elektroautosparte wuchs dagegen um knapp 16 Prozent. ⁠Sie verbuchte zusammen ⁠mit dem KI-Geschäft einen Verlust von 333 Millionen Euro. Ab ⁠dem kommenden ⁠Jahr will Xiaomi seine Fahrzeuge auch in Europa verkaufen.

Xiaomi ‌bietet vor allem preisgünstige Smartphones an, bei denen die Kosten für Speicherchips, deren Preise sich in den vergangenen zwölf Monaten vervielfacht haben, einen vergleichsweise hohen ⁠Anteil ausmachen. Weil das Unternehmen die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterreichte, brach der Handyabsatz im Berichtszeitraum um 26 Prozent auf 31,2 Millionen Geräte ⁠ein. Gleichzeitig ‌sank die Gewinnmarge um etwa ein Viertel auf 8,5 Prozent.

Die relativ neue Elektroautosparte wuchs dagegen um knapp 16 Prozent. ⁠Sie verbuchte zusammen ⁠mit dem KI-Geschäft einen Verlust von 333 Millionen Euro. Ab ⁠dem kommenden ⁠Jahr will Xiaomi seine Fahrzeuge auch in Europa verkaufen.

US-Baumarktkette Home Depot schlägt sich besser als erwartet

Die weltgrößte Baumarktkette Home Depot hat im zweiten Quartal deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Der Umsatz legte in den drei Monaten bis zum 2. August um 5,7 Prozent auf knapp 47,9 Milliarden US-Dollar (41,3 Mrd Euro) zu, wie das Unternehmen am Dienstag in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia mitteilte. Auf vergleichbarer Basis seien die Erlöse um 1,7 Prozent gewachsen. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten, auch ergebnisseitig schlug sich Home Depot besser als gedacht. Die Aktie legte im vorbörslichen US-Handel um mehr als ein Prozent zu.

„Unsere Ergebnisse für das zweite Quartal haben unsere Erwartungen übertroffen“, sagte Finanzchef Richard McPhail laut Mitteilung. Das Unternehmen habe eine Nachfrage in allen Geschäftsbereichen verzeichnet. Kunden würden weiterhin kleinere Projekte in Angriff nehmen.
Unter dem Strich zog der Gewinn im Quartal um 4,7 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Dollar an. Der von Analysten viel beachtete bereinigte Gewinn je Aktie legte um 5,1 Prozent auf 4,92 Dollar zu. Die Branchenbeobachter hatten hier mit einem deutlich geringeren Plus gerechnet.

Für das laufende Geschäftsjahr peilen die US-Amerikaner weiterhin ein Umsatzplus von 2,5 bis 4,5 Prozent an. Dabei sollen die Erlöse auf vergleichbarer Basis im besten Fall um zwei Prozent wachsen, im ungünstigsten Fall stagnieren. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll um bis zu 4 Prozent zulegen, kann aber auch beim Vorjahreswert von 14,69 Dollar je Aktie herauskommen.

„Unsere Ergebnisse für das zweite Quartal haben unsere Erwartungen übertroffen“, sagte Finanzchef Richard McPhail laut Mitteilung. Das Unternehmen habe eine Nachfrage in allen Geschäftsbereichen verzeichnet. Kunden würden weiterhin kleinere Projekte in Angriff nehmen.

Unter dem Strich zog der Gewinn im Quartal um 4,7 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Dollar an. Der von Analysten viel beachtete bereinigte Gewinn je Aktie legte um 5,1 Prozent auf 4,92 Dollar zu. Die Branchenbeobachter hatten hier mit einem deutlich geringeren Plus gerechnet.

Für das laufende Geschäftsjahr peilen die US-Amerikaner weiterhin ein Umsatzplus von 2,5 bis 4,5 Prozent an. Dabei sollen die Erlöse auf vergleichbarer Basis im besten Fall um zwei Prozent wachsen, im ungünstigsten Fall stagnieren. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll um bis zu 4 Prozent zulegen, kann aber auch beim Vorjahreswert von 14,69 Dollar je Aktie herauskommen.

Hafenarbeiter bestreiken sechs deutsche Seehäfen

In deutschen Seehäfen haben bis zu 24-stündige Warnstreiks von Hafenarbeitern begonnen. Die Warnstreiks betreffen die drei nach Umschlag wichtigsten deutschen Häfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven sowie die Häfen Bremen, Emden und Brake. Umschlagsunternehmen berichten der Deutschen Presse-Agentur, dass der Warenumschlag eingeschränkt oder teils zum Erliegen gekommen ist. An einer Kundgebung am Hamburger Containerterminal Burchardkai beteiligen sich rund 2.100 Hafenarbeiter, wie eine Sprecherin von Verdi in Hamburg sagte. 

Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi sagte, die Warnstreiks in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven dauerten seit Montagabend an. „Die anderen (Emden, Brake, Bremen) sind heute Morgen eingestiegen.“ Die Warnstreiks sollen alle am Abend enden. 

Der Bremer Hafenlogistiker Eurogate, der Containerterminals in Bremerhaven, Hamburg und Wilhelmshaven betreibt, teilte mit, die Arbeit an den Terminals sei wegen der Warnstreiks weitgehend eingestellt. „Notbesatzungen nehmen zwar vereinzelt Containerbewegungen auf dem Yard vor, aber Schiffsabfertigungen sind aktuell nicht möglich.“

Drei der vier Containerterminals in Deutschlands größtem Hafen Hamburg betreibt der öffentlich-private Hafenlogistiker HHLA. Ein Sprecher der Hamburger Hafen und Logistik AG sagte, am Containerterminal Burchardkai sei die Abfertigung eingeschränkt. Verzögerungen seien die Folge.  (dpa)

Großaktionär Frasers sichert sich fast die Hälfte der Anteile an Hugo Boss

Der Großaktionär Frasers Group hat seinen Anteil an Hugo Boss weiter aufgestockt. Frasers habe seine Beteiligung an dem Modekonzern auf 47,89 Prozent ausgebaut, teilten die Briten am Dienstag mit. Sie versuchen bereits seit Mitte Juni das Ruder bei den Schwaben zu übernehmen. Im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Angebots bewertete Frasers das M-Dax-Unternehmen mit rund 2,7 Milliarden Euro.

Die Konditionen hielt das Management von Hugo Boss zwar für nicht ausreichend. Offenbar gelingt es Frasers aber trotzdem, weitere Anteile einzusammeln. Die zusätzliche Annahmefrist lief bis zum 13. August. Die EU-Kommission hat der Übernahme zugestimmt. Frasers ist ein Einzelhandelskonglomerat, hinter dem der Unternehmer Mike Ashley steckt.

Boss hat weltweit 20.000 Beschäftigte, davon mehr als 4.400 in Deutschland. Der Modekonzern hat aktuell mit der mauen Kauflaune seiner Kundinnen und Kunden zu kämpfen. Für das laufende Jahr erwartet das Management einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll 300 Millionen bis 350 Millionen Euro erreichen. 2025 wurde ein Umsatz von rund 4,3 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis von 391 Millionen Euro verbucht. (dpa)

Boss hat weltweit 20.000 Beschäftigte, davon mehr als 4.400 in Deutschland. Der Modekonzern hat aktuell mit der mauen Kauflaune seiner Kundinnen und Kunden zu kämpfen. Für das laufende Jahr erwartet das Management einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll 300 Millionen bis 350 Millionen Euro erreichen. 2025 wurde ein Umsatz von rund 4,3 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis von 391 Millionen Euro verbucht. (dpa)

Immer mehr Unternehmen machen dicht

Im Jahr 2025 ist die Zahl der Unternehmensschließungen in Deutschland zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Laut Berechnung des ZEW Mannheim und der Bonitätsauskunft Creditreform stieg die Zahl der Firmenschließungen um zehn Prozent auf 190.000.

Bemerkenswert sei, dass nur 13 Prozent der Schließungen in Zusammenhang mit einem Insolvenzverfahren standen. Etwa 86 Prozent der Schließungen entfielen auf Abmeldungen und Geschäftsaufgaben ohne Insolvenzverfahren sowie auf Unternehmen, die nicht mehr als aktiv eingestuft werden.

In einem Insolvenzverfahren wird versucht, das Unternehmen durch Zugeständnisse von Gläubigern und mit Hilfe von Investoren zu retten. Häufig führen Insolvenzen zu einem deutlichen Stellenabbau. Doch anschließend kann das betroffene Unternehmen oft weiterarbeiten.

Dazu sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Pressesprecher von Creditreform in Neuss: „Die Zahl der Marktaustritte steigt deutlich an. Große Unternehmen und Konzerne beherrschen derzeit die Nachrichten. Die Zahl an kleinen und mittleren Unternehmen, die leise verschwinden, ist aber ist um ein Vielfaches größer." Mittlerweile müssten laut Hantzsch selbst Unternehmen schließen, die eine gute oder zumindest mittlere Kreditwürdigkeit aufweisen.

Bemerkenswert sei, dass nur 13 Prozent der Schließungen in Zusammenhang mit einem Insolvenzverfahren standen. Etwa 86 Prozent der Schließungen entfielen auf Abmeldungen und Geschäftsaufgaben ohne Insolvenzverfahren sowie auf Unternehmen, die nicht mehr als aktiv eingestuft werden.

In einem Insolvenzverfahren wird versucht, das Unternehmen durch Zugeständnisse von Gläubigern und mit Hilfe von Investoren zu retten. Häufig führen Insolvenzen zu einem deutlichen Stellenabbau. Doch anschließend kann das betroffene Unternehmen oft weiterarbeiten.

Dazu sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Pressesprecher von Creditreform in Neuss: „Die Zahl der Marktaustritte steigt deutlich an. Große Unternehmen und Konzerne beherrschen derzeit die Nachrichten. Die Zahl an kleinen und mittleren Unternehmen, die leise verschwinden, ist aber ist um ein Vielfaches größer." Mittlerweile müssten laut Hantzsch selbst Unternehmen schließen, die eine gute oder zumindest mittlere Kreditwürdigkeit aufweisen.

Nach Einschätzung von Sandra Gottschalk, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ zeigen die erneut gestiegenen Schließungszahlen, dass sich der Anpassungsdruck auf die deutsche Wirtschaft weiter erhöht haben. "Unsichere Rahmenbedingungen, hohe Energie- und Personalkosten sowie der Fachkräftemangel treffen inzwischen Unternehmen aus nahezu allen Wirtschaftsbereichen“, sagt die Wissenschaftlerin in einer Pressemitteilung des ZEW.

Auch der demographische Wandel trägt laut Gottschalk zu den steigenden Schließungszahlen bei. "Immer mehr Unternehmen schließen, weil ihre Inhaberinnen und Inhaber in den Ruhestand gehen und keine Nachfolge finden, obwohl diese Unternehmen geschäftsfähig wären."

Das Problem betrifft fast alle Branchen. Besonders stark betroffen sind laut ZEW und Creditreform allerdings das Gastgewerbe, der Fahrzeugbau und Arztpraxen.

Auch der demographische Wandel trägt laut Gottschalk zu den steigenden Schließungszahlen bei. "Immer mehr Unternehmen schließen, weil ihre Inhaberinnen und Inhaber in den Ruhestand gehen und keine Nachfolge finden, obwohl diese Unternehmen geschäftsfähig wären."

Das Problem betrifft fast alle Branchen. Besonders stark betroffen sind laut ZEW und Creditreform allerdings das Gastgewerbe, der Fahrzeugbau und Arztpraxen.