Baukonzern Boom bei Rechenzentren schiebt Hochtief weiter an

Die insbesondere in den USA explodierende Nachfrage nach Rechenzentren gibt dem größten deutschen Bau- und Infrastrukturkonzern Hochtief Rückenwind. Der Dax-Neuling erhöhte am Montag nach starken Zuwächsen im ersten Halbjahr seine Gewinnprognose.

Die Aktien von Hochtief reagierten letztlich negativ auf die Quartalszahlen. Zuletzt notierten die Papiere 3,2 Prozent im Minus bei 433 Euro und näherten sich damit ihrem am Morgen erreichten tiefsten Stand seit April. Zwischenzeitlich hatten sie ihre recht deutlichen Kursverluste nach einem angehobenen Jahresausblick eingedämmt. Ein Dreh ins Plus gelang aber nur kurzzeitig.

„Unser Ergebnis des ersten Halbjahres spiegelt die starke Nachfrage nach Infrastruktur im Zusammenhang mit Digitalisierung, Energiesicherheit und Ressourcenerschließung wider“, sagte Hochtief-Chef Juan Santamaría: „Die Geschäftstätigkeit bleibt in unseren Schlüsselmärkten robust, gestützt durch Investitionen in Rechenzentren, Energie und Verteidigung.“

Hochtief erwarte ​nun 2026 einen operativen Konzerngewinn von 1,025 bis 1,1 Milliarden Euro, teilte die Tochter des spanischen Infrastruktur-Konzerns ⁠ACS weiter ⁠mit. Dies entspreche einer Steigerung von rund 30 bis 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuvor hatten die Essener eine Spanne von 950 Millionen Euro bis 1,025 Milliarden Euro in Aussicht ‌gestellt.

Hintergrund der Prognoseerhöhung sei die „positive Geschäftsentwicklung“, erläuterte das Unternehmen. Diese ​beruhe insbesondere auf ‌der US-Tochter Turner, „die eine sehr starke Nachfrageentwicklung im Rechenzentrumsmarkt verzeichnet“.

Konzerngewinn und Auftragseingang springen zweistellig

Hochtief steigerte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 9,6 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro. Der operative Konzerngewinn legte um 35,2 Prozent auf 479,7 Millionen Euro zu. Der Auftragseingang kletterte um ‌20,6 Prozent auf 31,5 Milliarden Euro, der Auftragsbestand erreichte 84,8 Milliarden Euro.

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Der Konzern habe seine Position im Bereich Planung und Bau von Rechenzentren gefestigt. Dieser Bereich macht mittlerweile mehr ‌als 25 Prozent des gesamten Auftragsbestands aus, ​hieß es im Halbjahresbericht. „Im ersten Halbjahr ‌2026 sicherten wir uns Neuaufträge für Rechenzentren im Wert von rund ‌13,3 Milliarden Euro – ​ein Anstieg um 58 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum“, bilanzierte der Konzern. Hochtief errichtet etwa für den US-Konzern Meta Rechenzentren in den ​USA. Auch in Europa und Deutschland ist ⁠Hochtief auf diesem Gebiet aktiv. ​Die Entwicklung ​dürfte auch ACS freuen – die Spanier halten rund 75,7 Prozent der Hochtief-Aktien.