Der Tag im Überblick Das Endspiel des Edeka-Chefs

In Sachen Beständigkeit setzt Markus Mosa (58) Maßstäbe. Seit 2008 steht er an der Spitze von Edeka: Meine Kollegin Hannah Steinharter und mein Kollege Martin Mehringer beschreiben einen Manager, unter dessen Ägide der Lebensmittelriese seine Vormachtstellung zementiert hat.

In der Öffentlichkeit tritt Mosa kaum auf. Routine beherrscht sein Tun: Morgens fahre er mit seinem BMW i5 in die Tiefgarage der Zentrale in der Hamburger City Nord und verschwinde dann in seinem Büro. Oft bleibe er dort, so wurde es von Kollegen berichtet, den ganzen Tag. Der Chef sei für viele ein Phantom. Seine Beständigkeit könnte für Edeka jetzt zur Gefahr werden, denn das Umsatzwachstum verlor zuletzt an Tempo, der Riese Edeka wirkt träge. Für Mosa wird es ernst: Nach 18 Jahren an der Spitze kämpft er um sein Lebenswerk.

Das Phantom: Edeka-Chef Markus Mosa tritt selten öffentlich auf

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Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Im Vorjahr meldete Porsche noch einen operativen Verlust von knapp einer Milliarde Euro, jetzt verdient der Sportwagenbauer wieder Geld. CEO Michael Leiters (55) zeigt sich optimistisch. An seiner Strategie „Sportwagenschmiede 35“ hat er neun Monate gefeilt, wie er meinem Kollegen Michael Freitag im Interview berichtete.

  • Weniger positive Nachrichten hatte dagegen Beiersdorf-Chef Vincent Warnery (58) zu verkünden. Die Geschäfte mit der Kernmarke Nivea schrumpften um 4,9 Prozent, die Aktie gibt nach.

  • In China werden die Superreichen immer reicher: Insgesamt gibt es nun 1176 Dollarmilliardäre in China, 176 mehr als in den USA. Auf dem Spitzenplatz findet sich TikTok-Gründer Zhang Yiming (43).

Die Börsengänger des Tages:

  • Dario Amodei (43) und Daniela Amodei (39) wollen mit ihrer KI-Firma Anthropic an die Börse . Lange wurde spekuliert, jetzt offenbaren die Gründer im Börsenprospekt Erstaunliches. Meine Kollegin Mirjam Hecking hat sich die Schriftstücke genau angeschaut und beschreibt ein System verschiedener Aktienklassen, mit dem sich die Geschwister und die fünf weiteren Co-Gründer die Kontrolle sichern wollen. Bemerkenswert ist die Aktienstruktur . Die Konstruktion haben sie sich bei prominenten Vorbildern abgeschaut, auch Elon Musk (55) und Mark Zuckerberg (42) sicherten sich damit schon dauerhaft das Sagen über ihre Unternehmen SpaceX und Meta.

Ungewöhnliche Firmenstruktur: Die Anthropic-Mitgründer Daniela und Dario Amodei

Foto: David Paul Morris / Bloomberg / Getty Images

Was Sie in Ihrer Karriere voranbringt:

  • In jedem Unternehmen gibt es alltägliche Hindernisse, an die sich alle gewöhnt haben und für die sich niemand zuständig fühlt. Der Versicherungskonzern Signal Iduna wollte das ändern und wagte ein zwölfmonatiges Experiment zum „Friction Fixing“, unter wissenschaftlicher Begleitung der Uni Stanford. Das Ergebnis: Die Neuerfindung eines Versicherers als Lehrstück für Bürokratieabbau .

  • Wie führt man ein Team durch eine Entlassungswelle, ohne sich selbst zu verlieren? Gesine Braun, Chefredakteurin des Harvard Business managers, empfiehlt in ihrem Newsletter „Lead Forward“ klare Worte, Zuwendung und die Bereitschaft, die eigene Verletzlichkeit nicht zu verstecken.

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Illustration [M]: manager magazin; Fotos: Thilo Schmuelgen / REUTERS; Philipp Gülland / picture alliance for DLD / Hubert Burda Media; Bernd von Jutrczenka/dpa; yucelyilmaz / iStockphoto / Getty Images

  • Das manager magazin begleitet seit 55 Jahren die deutsche Wirtschaft, ihre Unternehmen und ihre Führungskräfte – kritisch und investigativ, stets angetrieben vom Streben nach Verbesserung. Zum Jubiläum suchen wir das „Deutschland-Board“: Unsere Leserinnen und Leser wählen per Digitalvoting die prägenden Managerpersönlichkeiten, die dieses Land wieder stark machen – und neue Lust auf Zukunft bringen. Hier können Sie Ihre Punkte vergeben.

Meine Empfehlung für den Abend:

  • Im US-Wahlkampf wird viel Geld ausgegeben, sehr viel Geld. Vor den Midterm-Wahlen am 3. November erreichen die Ausgaben eine neue Dimension. Wie die „Time“ berichtet, wurden bereits mehr als zehn Milliarden Dollar für Wahlwerbung ausgegeben. Besonders viel Geld investieren die Techmilliardäre des Landes – und setzen weiterhin auf Donald Trump (80). Meine Kollegin Mirjam Hecking hat sich angeschaut, wer hinter den Großspenden steckt: Wie Amerikas Techmilliardäre die Midterms kaufen .

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