Techmilliardär Von wegen Zufluchtsort – Elon Musks doppelter Texas-Flop

Elon Musk (55) hatte vor den Midterms fast eine halbe Milliarde Dollar in den Wahlkampf der Republikaner von Präsident Donald Trump (80) gepumpt. Allein im Senatsrennen im Südstaat Texas unterstützte der reichste Mann der Welt den Republikaner Ken Paxton (63) mit mehr als 200 Millionen Dollar.

Geholfen hat das Geld an der Wahlurne am Ende nicht. Erstmals seit fast 40 Jahren konnten die Demokraten in Texas einen Senatssitz gewinnen. Ihr Kandidat James Talarico (37) gewann gegen den von Musk unterstützten Paxton.

Zusätzlich verloren die Republikaner in Texas auch noch das Gouverneursamt. Die Demokratin Gina Hinojosa (52) setzte sich gegen den republikanischen Amtsinhaber Greg Abbott (68) durch und wird damit die erste Gouverneurin mit lateinamerikanischen Wurzeln in der Geschichte des Bundesstaates.

Texas als Zuflucht für Big Tech – und jetzt?

Musk schien auch deshalb viel am Wahlsieg der Republikaner in Texas zu liegen, weil der Unternehmer den Hauptsitz von Tesla bereits vor längerer Zeit von Kalifornien nach Texas verlegt hatte. Für die CEOs der Techbranche galt fortan das Motto: In Kalifornien nervt die Politik mit immer neuen Steuern und Vorschriften, in Texas lassen sie dich in Ruhe. Ob Texas auch nach der Machtübernahme der Demokratischen Partei ein Sehnsuchts- und Zufluchtsort von Big Tech bleiben kann, ist offen.

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Texas verzeichnete laut der britischen Zeitung „Financial Times“ den zweitteuersten Senatswahlkampf des Landes. Der Wettstreit zwischen Paxton und Talarico kostete mehr als 430 Millionen Dollar, wobei der Großteil dieser Summe laut dem Werbe-Tracking-Unternehmen AdImpact von den Republikanern ausgegeben wurde.

Verschwörungstheorien via X

Milliardär Musk beließ es allerdings nicht bei großzügigen Spenden. Er nutzte auch seine Plattform X, um Verschwörungstheorien über den politischen Gegner Talarico zu schüren. Anfang Oktober wurde in den sozialen Medien die Verschwörungstheorie verbreitet, Talarico sei in Ohio in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen worden. Daraufhin twitterte Musk: „Mit Talarico stimmt etwas grundlegend nicht.“

Der Politiker konterte: „Mit einem politischen System, das es einem Billionär erlaubt, sich seinen eigenen US-Senator zu kaufen, stimmt etwas grundlegend nicht.“ Noch am Dienstag, als die Wähler bereits zu den Wahlurnen strömten, teilte Musk einen Tweet von US-Präsident Donald Trump, in dem dieser Talarico als „TalaFREAKO“ bezeichnete.

SpaceX und Tesla unter Druck

Trotzdem konnte Demokrat Talarico die Wahl in Texas für sich entscheiden – eine Sensation in dem Bundesstaat, der jahrzehntelang republikanisch gestimmt hat. Nach der krachenden Niederlage der Republikaner versuchte Musk, mit Humor zu reagieren. „Ich schätze mal, meine Weltraumlaser zur Wahlbeeinflussung haben dieses Mal nicht funktioniert“, schrieb der Chef des Weltraumunternehmens SpaceX am Mittwoch auf X.

Neben dem Tesla-Hauptsitz hat Musk in Südtexas mit Starbase zusätzlich einen Raketenstartplatz errichtet, der als Hauptsitz von SpaceX dient. Die Aktien von Musks Unternehmen SpaceX und Tesla, die beide ihren Sitz in Texas haben, gaben am Mittwoch im vorbörslichen Handel nach.