Börse am Nachmittag Dax deutlich über 25.000 Punkten, Rüstungsaktien im Plus

Der Dax hat zum Wochenstart an seine Gewinne vom Freitag angeknüpft. Bis zum Nachmittag ging es trotz wieder steigender Ölpreise beständig weiter hoch. Zuletzt legte der deutsche Leitindex um 0,8 Prozent auf 25.295 Punkte zu und setzte sich damit noch etwas weiter nach oben von der 25.000-Punkte-Marke ab.

Diese hatte er in der vergangenen Woche mehrfach unterschritten, am Freitag dann aber darüber geschlossen. Nun nähert sich der Dax dem Bereich um 25.320 Punkte, die eine erste Hürde für eine weitere Erholung darstellt.

Der MDax stieg am Nachmittag um 0,6 Prozent auf 30.170 Punkte.

Der Stimmung helfen dürfte, dass der Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz (70) sich für eine Senkung der Stromsteuer ausgesprochen hat. Auch eine fortgesetzte Stabilisierung an den Anleihemärkten stützte. Obendrein wirkt die Entspannung im Handelsstreit zwischen der Europäischen Union und China nach.

In den USA wird in dieser Woche die Berichtssaison mit den Zahlen der US-Banken eröffnet und auch in Europa legen erste Unternehmen ihre Berichte zum dritten Quartal vor. Stratege Mislav Matejka von JPMorgan rechnet damit, dass die Zahlenwerke die Märkte stützen dürften.

Im Wochenverlauf rücken zudem Inflationsdaten aus den USA in den Fokus, die für den Kurs der US-Notenbank wichtig sind. Anleger blicken zudem auf die deutsche Politik, nachdem Bärbel Bas am Montagmorgen mitteilte, als Arbeitsministerin und als SPD-Chefin zurückzutreten.

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Unter den Einzelwerten fielen am Montag Rüstungsaktien mit Kursgewinnen auf. Rheinmetall legte an der Dax-Spitze um 2,7 Prozent zu. Renk stieg im MDax um 1,9 Prozent, TKMS um 3,2 Prozent und Hensoldt um 6,0 Prozent. Morgan Stanley äußerte sich optimistischer zu den Branchenaussichten. Die US-Bank hält eine Rally im Sektor zum Jahresende für gut möglich und auch, dass das Vertrauen der Anleger in die Umsetzung der Ziele für 2027 gestärkt werden dürfte.

Im MDax waren außerdem auch die Aktien von Nordex gefragt und stiegen um 2,7 Prozent. Der Windkraftanlagenbauer erhielt im dritten Quartal deutlich mehr Bestellungen als im Jahr zuvor. "Es lagen zwar keine Konsensschätzungen vor, doch der Anstieg erscheint massiv, auch wenn entsprechende Hinweise bereits in den Meldungen zum Auftragseingang der vergangenen Monate enthalten waren", sagte ein Händler.

Dass Goldman Sachs die Aktie des Immobilienunternehmens Aroundtown auf "Sell" abgestuft hat, drückte diese Aktie mit minus 4,3 Prozent an das Index-Ende. Wegen höherer Finanzierungskosten prognostizierte die US-Bank sinkende Ergebnisse je Aktie von 2026 bis 2028.

Stabiler Wochenstart in den USA erwartet

Den US-Börsen winkt nach der positiven Vorwoche, ein stabiler Start in eine ereignisreiche neue Woche. Rund eine Stunde vor Börsenbeginn taxierte der Broker IG den Dow Jones am Montag mit 0,2 Prozent im Plus bei 51.762 Punkten.

Den Nasdaq erwartet IG zum Börsenstart 0,2 Prozent tiefer auf 30.831 Zählern. Der marktbreite S&P 500 dürfte sich seinem Rekordhoch von vergangenem Dienstag annähern.

Der Bitcoin notierte am Morgen wenig verändert bei rund 83.500 US-Dollar.

Sorgen um Angriffe in Nahost drücken Ölpreise zurück ins Plus

Versorgungsängste nach Angriffen im Nahen Osten haben die Ölpreise auf den höchsten Stand ​seit zweieinhalb Wochen getrieben. Nach einem Rücksetzer im frühen Handel verteuern sich das Nordsee-Rohöl Brent und das US-Leichtöl WTI um bis zu 1,6 Prozent ‌auf 106,35 und 93,33 Dollar je Fass (159 Liter).

Am Markt wurde auf die jüngste Entwicklung im Krieg zwischen der Ukraine und Russland verwiesen. Zuletzt hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky (48) erklärt, dass es in den vergangenen Tagen keine Berichte über Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur gegeben habe. Selenskyj machte deutlich, dass ein etwaiger Stopp von Angriffen auf Anlagen der Energieinfrastruktur auf Gegenseitigkeit beruhen müsse.

Der US-Präsident Donald Trump (80) hatte zuvor erneut einen "Energie-Waffenstillstand" zwischen beiden Ländern angekündigt. Mittlerweile sieht die Führung der von Russland mit dem Krieg überzogenen Ukraine aber bereits einen Verstoß gegen die von Trump verkündete Verabredung. Kiew beschuldigte das russische Militär, seine Attacken auf das Nachbarland fortgesetzt und ein Heizkraftwerk schwer getroffen zu haben. Darüber hinaus hat Russland die von Trump angekündigte Waffenruhe für gegenseitige Angriffe auf Energieobjekte im Ukraine-Krieg nicht bestätigt.

"Die Händler scheinen sich derzeit unsicher zu sein, in welche Richtung sie sich orientieren sollen, und das kann man ihnen kaum verdenken", kommentierte Ole Sloth Hansen, Leiter der Rohstoffstrategie bei der Saxo Bank das Handelsgeschehen. Seiner Einschätzung nach dürfte ein möglicher Anstieg der russischen Dieselexporte und der von Trump behauptete "Energie-Waffenstillstand" kaum nennenswerte Auswirkungen haben. Vielmehr bleibe die geopolitische Lage im Nahen Osten mit der Behinderung von Öltransporten durch die Straße von Hormus das Hauptproblem am Ölmarkt.