Der Tag im Überblick Hat McKinsey bald einen Betriebsrat?

8,2 Milliarden Dollar für die Übernahme des KI-Entwicklers World Labs und eine bis zu 2 Billionen Dollar schwere Bewertung für Anthropic: Einige Investments in die künstliche Intelligenz sorgen noch immer mit riesigen Zahlen für Schlagzeilen. Es gibt aber zugleich immer mehr KI-Deals, bei denen es nicht mehr rund läuft: Unternehmen, die kurz vor dem Börsengang zurückschrecken. Rechenzentren, deren Bau verschoben werden muss. Firmen, die unter hohen Schulden leiden und neue Geldgeber suchen.

Angesichts steigender Zinsen, starker Verflechtungen weniger Player und komplexer Finanzierungstaktiken mit teils minimalen Eigenkapitalquoten steigt mittlerweile selbst bei Wall-Street-Größen wie KKR und Apollo die Angst vor dem KI-Crash. Noch ist die KI-Story die treibende Kraft für die US-Börsen und die US-Konjunktur: Ein Platzen der KI-Blase hätte aber nicht nur in den USA desaströse Folgen .

Finanzplatz Nummer eins: An der Wall Street steigt die Nervosität

Foto: Justin Lane / EPA

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Die chinesischen KI-Anbieter Deepseek und Moonshot zieht es, wie ihre amerikanische Konkurrenz, an die Börse. Vor den für Anfang 2027 geplanten IPOs sammeln beide noch einmal Milliarden ein.

  • Vor den im November anstehenden Zwischenwahlen bemüht sich US-Präsident Donald Trump (80) um Entlastung: Per Dekret bekommen jetzt auch Normalbürger Zugang zu steuerbegünstigtem Agrardiesel. Der ist – so will es der Zufall – republikanisch rot eingefärbt.

  • Deutschland will sich mit weitreichenden Waffen gegen die Bedrohung aus Russland wappnen. Helfen soll ein Start-up, hinter dem unter anderem der US-Investor Peter Thiel (58) steht. Er will in Sachsen jetzt erstmals Cruise-Missiles auf deutschem Boden bauen .

Der Umsteiger des Tages:

  • Fedor Holz war 2016 der erfolgreichste Pokerspieler der Welt. Ein Spiel bestimmt von Strategie und Disziplin. Danach probierte Holz sich kurz als Kellner aus und ist heute als Investor und Unternehmer aktiv. Was kann man von ihm über Fokus lernen?

„Was will ich mit meinem Leben machen, wenn Geld kein Treiber mehr ist?“ Fedor Holz wurde mit Poker reich

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Die Revoluzzer des Tages:

  • Betriebsrat und McKinsey – das ist eine Verbindung, die sich Beobachtern und Kunden des Beraters nicht sofort aufdrängt. Drei Angestellte des Berliner McKinsey-Büros sehen das offenbar anders. Sie wollen die Gründung eines Betriebsrats nun offenbar gerichtlich erzwingen. Kommt die 35-Stunden-Woche dann auch zu den Meckies?

Was Sie in Ihrer Karriere voranbringt:

  • Vielen Führungskräften fällt es heute schwer, sich in einer Welt im Dauerkrisenmodus zu orientieren. Die Spielregeln haben sich verschoben, der anhaltende Druck animiert so manchen zum Rückzug. Doch wenn Führungskräfte sich zurückziehen, entsteht ein Vakuum, warnt Organisationspsychologin und Harvard-Business-manager-Autorin Merete Wedell-Wedellsborg. Sie hat ein paar Tipps, wie man gegensteuern kann .

Meine Empfehlung für den Abend:

Welche Marken werden überleben? Accell besitzt teils über 100 Jahre alte Fahrradmarken

Foto: Fotovorlage [M]: Adobe Stock, carqon, winora, ghost, babboe, accell group
  • Falls Sie sich jetzt gleich für den Weg nach Hause aufs Rad schwingen (aber auch für alle anderen): zum Feierabend noch einen Blick in die Fahrradwelt. Über Jahre hatte der niederländische Fahrradriese Accell ein Portfolio bekannter Fahrradmarken angesammelt, die er jetzt mit in die Insolvenz gezogen hat. Auch in Deutschland bangen rund 370 Beschäftigte um ihre Zukunft. Bis Ende Oktober seien die Löhne noch gesichert, schreibt mein Kollege Lutz Reiche. Ein Käufer für das deutsche Geschäft mit den Marken Winora, Haibike und Ghost ist aber noch immer nicht gefunden. Wie könnte es weitergehen? Wer kommt als Bieter infrage? Und warum drängt die Zeit? Zur Analyse bitte hier entlang .

Ihnen einen schönen und vielleicht auch bewegten Abend.

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