Brent und WTI-Öl im Minus: Trump setzt auf Diplomatie

Die Ölpreise sind am Montag deutlich gefallen. Auslöser ist die Aussicht, dass US-Präsident Donald Trump den diplomatischen Bemühungen um eine Beendigung des Iran-Kriegs mehr Zeit einräumen will, bevor er möglicherweise neue Militärschläge anordnet. Brent verlor zeitweise 3,2 Prozent auf 109,75 Dollar je Barrel. Öl WTI verbilligte sich um 3,3 Prozent auf 100,69 Dollar.

Trump setzt auf Diplomatie

Wie das Nachrichtenportal Axios berichtet, teilte Trump dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in einem Telefonat mit, dass er einer diplomatischen Lösung zunächst den Vorzug geben wolle.

Auch US-Außenminister Marco Rubio bestätigte am Wochenende, dass bislang keine Entscheidung über weitere Angriffe auf den Iran gefallen sei. Trump bevorzuge eine friedliche Lösung, halte sich militärische Optionen jedoch ausdrücklich offen.

Parallel dazu laufen unter Vermittlung Katars intensive Gespräche mit dem Iran. Am Sonntag verhandelten iranische und katarische Vertreter bereits den dritten Tag in Folge über mögliche Wege zur Beendigung des Krieges. Irans Außenminister Abbas Araqchi sprach von fortschreitenden Gesprächen, betonte allerdings, dass Teheran weiterhin sowohl auf Diplomatie als auch auf Verteidigung vorbereitet sei.

US-Wahlen könnten neue Eskalation auslösen

Trotz der jüngsten Entspannung bleibt die Lage angespannt. Hintergrund sind die US-Zwischenwahlen am Dienstag, dem 3. November. Trump hatte wiederholt mit neuen Angriffen auf den Iran nach dem Urnengang gedroht.

Auch Teheran bereitet sich offenbar auf eine mögliche Eskalation vor. Irans oberster Führer Mojtaba Khamenei ordnete seinen Militärkommandeuren an, sich auf eine erneute Konfrontation mit den USA und Israel einzustellen.

Angriffe auf Öltanker verschärfen die Risiken

Hinzu kommen anhaltende Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Am Sonntag meldete die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO einen weiteren Angriff auf ein Schiff in der Meerenge. Bereits am Freitag war ein Flüssiggastanker attackiert worden.

Zwar haben sich die Rohölexporte aus der Golfregion inzwischen wieder dem Vorkriegsniveau angenähert, doch insbesondere bei der Versorgung mit raffinierten Ölprodukten bestehen weiterhin erhebliche Engpässe.

Gemeinsam mit den zunehmenden ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien treibt dies vor allem die Dieselpreise in Europa und den USA nach oben.

Goldman Sachs rechnet mit anhaltend hohen Ölpreisen

Ungeachtet der jüngsten Kursverluste rechnet die US-Investmentbank Goldman Sachs mit anhaltend hohen Ölpreisen und hat ihre Prognosen deutlich angehoben.

Für Dezember erwartet die Bank nun einen Brent-Preis von 105 Dollar je Barrel, nachdem zuvor lediglich 90 Dollar prognostiziert worden waren. Für 2027 erhöhte Goldman Sachs seine durchschnittliche Preisprognose von 80 auf 88 Dollar.

Von Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

Das Original zu diesem Beitrag "Ölpreise fallen – Trump gibt dem Iran mehr Zeit" stammt von Wallstreet-Online.

So richten Sie FOCUS online als bevorzugte Quelle bei Google ein

Sie wollen FOCUS online als bevorzugte Quelle bei Google hinterlegen? Voraussetzung für diese Einstellung ist ein Google-Konto. Die Einstellung selbst benötigt nur wenige Klicks. Über diesen direkten Link gelangen Sie zu den Quelleneinstellungen in Ihrem Google-Konto. FOCUS online haben wir für Sie hier schon ausgewählt – nur das Häkchen müssen Sie noch selbst setzen.