Der Donnerstag im Überblick Oops!… Galeria Did It Again

Wer einen Ferrari kaufe, kaufe kein Auto, sondern einen Motor. Das Auto bekomme man lediglich kostenlos dazu. Das predigte einst Gründer Enzo Ferrari (†1988). Der Bau von „i motori“ in Maranello ist Kunstform. „Driving Emotions“ nennen sie hier ein Gefühl, das durch Treten des Gaspedals ausgelöst wird und sich von Gangwechsel zu Gangwechsel steigert. Auf diesen Mythos konnte der erste elektrische Ferrari bislang nicht einzahlen. Im Gegenteil, der Luce, der ein wenig an einen Toyota Prius erinnert, hat bislang hauptsächlich für Hohn und Spott gesorgt.

Die einzig gute Nachricht für die stolzen Italiener: Auch andere Autobauer wie Jaguar oder Mercedes haben bislang mit ihren elektrischen Luxuslinern keinen Erfolg bei den Kunden. Meine Kollegen Henning Hinze und Margret Hucko analysieren, warum kaum jemand elektrische Supersportwagen kaufen will .

Ein bisschen Smart, ein bisschen Toyota Prius: Der elektrische Ferrari Luce

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Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Positive Nachrichten aus der deutschen Autoindustrie von Daimler Truck. Der Nutzfahrzeughersteller hat im dritten Quartal mehr Lkw an die Kunden verkauft als im Vorjahreszeitraum. Insbesondere in Nordamerika legten die Verkäufe deutlich zu.

  • Der Irankrieg hat die Weltwirtschaft durchgerüttelt. Die deutsche Wirtschaft leidet darunter allerdings weniger als befürchtet. Die Bundesregierung schraubt ihre Wachstumserwartungen hoch.

  • Die Airline Ryanair streicht ihr Flugangebot in Deutschland weiter zusammen. Gründe seien die hohen Zugangskosten sowie „exorbitante“ Luftverkehrsteuern in Deutschland. Besonders betroffen ist der Flughafen Berlin-Brandenburg, den Ryanair als „erfolglosesten Flughafen Europas“ bezeichnet.

Gewinner des Tages:

  • Bei Samsung und TSMC klingeln die Kassen. Sowohl der südkoreanische Elektronikkonzern als auch der taiwanische Chipauftragsfertiger profitieren immens vom KI-Boom. Samsung erzielte im vergangenen Quartal den höchsten Gewinn, den je ein Technologiekonzern verbucht hat. Und TSMC, der wertvollste börsennotierte Konzern Asiens, steigerte seinen Umsatz um mehr als 50 Prozent.

Verlierer des Tages:

  • Die Krise in der Autoindustrie ist für die Eigentümerfamilien eine teure Geduldsprobe. Die Vermögen der BMW-Erben Susanne Klatten (64) und Stefan Quandt (60) sowie der Familie Porsche sind jeweils um gut 3 Milliarden Euro geschrumpft. Damit gehören die Autodynastien zu den großen Verlierern unter den reichsten 500 Deutschen . In unserem exklusiven, interaktiven Recherchetool zu den reichsten Deutschen können Sie nachvollziehen, wie sich etwa das Vermögen der Familie Porsche über einen Zeitraum von 25 Jahren entwickelt hat. Es gab zuletzt allerdings auch Automilliardäre, die Gewinne verbuchten , berichtet unterdessen meine Kollegin Anna Driftschröer. Spoiler: In den wenigsten Fällen hatte das mit Autos zu tun.

Die reichsten Autoclans: Die Erben des Knorr-Bremse-Imperiums, Witwe Nadia Thiele und Tochter Julia Thiele-Schürhoff, Georg Schaeffler, für die Familie Porsche im Bild Oliver Porsche (unten v. l. n. r.); die Autodoc-Gründer Alexej Erdle, Max Wegner und Vitalij Kungel und die BMW-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt (oben v. l. n. r.)

Collage: manager magazin; Fotos [M] Autodoc, Sven Hoppe / dpa, Frank Hoermann / Sven Simon / IMAGO, Brauer Photos / S. Brauer, Schellnegger / SZ Photo / picture alliance, Daniel Karmann / Schaeffler, Jose Giribas / picture alliance, AdobeStock (2) / picture alliance

Sammler des Tages:

  • 2014 ist der Ex-Fußballprofi Christoph Kramer (35) mit der deutschen Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister geworden. Viele seiner damaligen Weltmeisterkollegen sind mittlerweile Geschäftsführer von Start-ups und Unternehmen, oder sie treten als Investoren oder Business Angels auf. Ihr Portfolio ist jedenfalls immens . Plaudertasche Kramer steht dem in nichts nach. Allein den Wert seiner Pokémon-Kartensammlung schätzt er auf 400.000 Euro.

Geldanlage Pokémon: Kartensammler Christoph Kramer

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Was Sie in Ihrer Karriere voranbringt:

  • Anleger verzeihen Unternehmen ein schwaches Quartal eher als ausweichende Kommunikation. Wer zu spät warnt oder vorschnell Hoffnung verkauft, riskiert mehr als nur einen fallenden Aktienkurs. Wie es besser geht und wie man Investoren auch in Krisenzeiten bei Laune hält, lesen Sie hier .

Meine Empfehlung für den Abend:

Galeria-Filiale am Alexanderplatz in Berlin: Alle zwei Jahre eine Insolvenz

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  • „Oops!… I Did It Again“. Der 2000 von Britney Spears (44) geträllerte Song könnte glatt als Galeria-Hymne durchgehen. Vergangene Woche meldete der Kaufhauskonzern erneut Insolvenz an. Das Schicksal der Warenhauskette hängt nun am vorläufigen Insolvenzverwalter: Bescheinigt er Galeria Chancen für eine Sanierung? Bei vier Insolvenzen in den vergangenen sechs Jahren könnte man da leise Zweifel anmelden. Insider haben meiner Kollegin Kristina Gnirke berichtet, dass die Eigner, darunter der US-Investor NRDC, Galeria kaum nennenswerte Eigenmittel zur Verfügung gestellt hätten. Sie hätten sich stattdessen von Galeria etwa Beratungsleistungen vergüten lassen – während die Mitarbeitenden auf Gehalt zugunsten der Sanierung verzichtet hätten. Alle Insides zum erneuten Überlebenskampf bei Galeria lesen Sie hier .

Herzliche Grüße und einen schönen Feierabend
Ihr Tim Spark

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